24
Apr
2008

3 Monate später...

...bin ich schon wieder ziemlich in D angekommen.
...bin ich seit 1,5 Wochen in dem neuen großen Abenteuer Studium.

Ist denn von Indien überhaupt etwas übrig geblieben?

Auf jeden Fall.
Mit Besteck komme ich inzwischen zwar wieder so einigermaßen klar und auch Türklinken versetzen mich nicht mehr in Erschrecken und Erstaunen, aber trotzdem...
Ich weiche immer noch meist nach links aus wenn mir jemand entgegenkommt (irgendwie ungünstig wenn sonst fast jeder die andere Richtung wählt)...
...und ich bin einfach ein ganz anderer Mensch geworden. Das merke ich immer mal wieder in ganz kleinen Scheibchen - wohl auch noch in 2, 3 Jahren werden mir ab und an neue "indische" Erkenntnisse kommen schätze ich - und bin immer wieder schockiert, überrascht und erfreut.
Erfreut das ich damals vor knapp einem Jahr so mutig war - auch wenn ich es zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste.
Überrascht wieviel ich aus Indien mitgenommen habe.
Schockiert wie wenig ich mitbringen konnte.

Es heißt ja man bräuchte die Hälfte der Zeit, die eine Beziehung gedauert hat, um über sie hinweg zu kommen,
Nunja, nach 3 Monaten bin ich definitv noch nicht über mein halbes Jahr in/mit/gegen(?) Indien "hinweg gekommen"... *smile*

24
Jan
2008

I'm back :)

Danke ihr Lieben:

DSC08041

21
Jan
2008

Es is soweit, es is soweit *hibbel*

Jaaaaaaaaaaaaaaaaa, ich habe einen Boardingpass ausgedruckt auf dem morgiges Datum und eine ziemlich fruehe Uhrzeit steht... Falls ich also wider Erwarten heute im Nationalpark keinen Loewen oder Tiger von innen betrachte und auch sonst nichts dazwischen kommt (is grad LKW-Streik hier, wie wird da das FLugzeug betankt???) bin ich tatsaechlich morgen abend wieder in Berlin...
Und damit ihr auch alle schoen zur richtigen zeit Daumen druecken koennt dass das Flugzeug nicht abstuerzt, hier die Zeiten:
07.00 (deutsche Zeit: 02.30) Abflug in Bangalore,
12.45 (deutsche Zeit: 13.45) Landen in Heathrow,
15.45 (deutsche Zeit: 16.45) Abflug in Heathrow UUUUUUUUUUUUUND
18.35 Landen in Berlin Tegel...
Flugnummer is BA 986, im Moment wird mir angezeigt der wuerde bei Gate A06 ankommen...
Freue mich ueber jeden der zum Flughafen kommt :)
(Oder mir Per SMS beim Landen zugucken?)


Bis wahrscheinlich morgen :)

16
Jan
2008

Madikeri - Bangalore - Tamil Nadu - Kerala

Weihnachtstrekking um Madikeri
Ja, war sehr schoen das Trekking, aber ich weiss das ichs vor 5 Monaten unwahrscheinlich viel aufregender gefunden haette... Also nachts bin ich zum Beispiel einfach sofort eingepennt (jaha, die indische Kunst ueberall jederzeit zu schlafen) statt etwas von den naechtlichen Geraueschen des Dschungels mitzukriegen... Ausserdem hat man von Anoop (drittes Bild) noch so hilfreiche Informationen bekommen wie das auf frischer Elefantenscheisse (erstes Bild) wunderbar Magic Mushrooms wachsen... Naja...
Elefantenscheisse DSC06627 DSC06677(hmm, Bilderupload geht net gut :( deswegen zu den andern orten keine bilder... naja, ich zeig dann mal alle wenn ich wieder da bin :) )

Bangalore Buzz
Nach Madikeri und ueber Nuejahr und ganz allein war ich in Bangalore... Endlich wieder Grossstadt :D Tagsueber shopping in der MG Road und Stadtfuehrung etc, abends weggehen: *Le Rock - Bar & Cafe" und das frisch eroeffnete HardRockCafe Bangalore... in ersterem bruellten mir beim Reingehen lauter Inder Rammstein-Texte entgegen und ausserdem habe ich Leute kennengelernt mit denen ich auf ner Silvester Party war...

Tiruvannumalei - heiliger Zungenbrecher
Gleich am 1. Januar irgendwie im Halbschlaf mit dem Bus nach Tiru (for short) Dort gibt es Kuhfladen-mit-Blumen Deko (hm, jetzt fehlen bilder wirklich) und (etwas beruehmter) den wohl unglaublich heiligen Mount Arunatschala samt zugehoerigen Tempeln und Ashrams...


Mamalapuram - Zungenbrecher an der Tsunami-Kueste
Vom 3. bis 6. Januar noch mal gemuetliches Entspannen im Touri-Ort Mamalapuram, an der Kueste von Tamil Nade. Und ja, die Wellen waren deutlich heftiger als an der Westkueste Indiens (Mumbai, Goa, Gokarna, Kundapur, Mangalore) wenn auch nicht ganz Tsunami-Niveau ;)

Kerala - kommunistisches "Gods Own Country" :D
Von Mamalapuram aus haben Andreas und ich Sabine zum Flughafen in Chennai gebracht und sind dann mit dem Zug aus Tamil Nadu nach Kerala gefahren... Die ersten Tage waren wir in Fort Kochi, ein recht verschlafenes Oertchen, das aber mal wichtiger Handelsstuezpunkt war... Weiter ging es nach Aleppey, von dort die klassische Backwater-Tour... hab nicht so viel mitgekriegt und fand es nicht so einen Unterschied zu mecklenburgische Seenplatte mit Palmen... Auf halber Streck noch ein zweitaegiger Zwischenstopp im Ashram von Sri Mata Amritanandamayi (--> www.amma.de) Am Ende der Backwater-Tour sind wir von Kollam direkt nach Varkala gefahren und da sind wir nun... Varkala ist der bisher schoenste Strand in Indien und hier fuehlt es sich zum ersten Mal in Indien nicht wie "Reisen" sondern wie "Urlaub" an...
Morgen geht es dann mit dem Nachtzug rauf nach Bangalore, von dort wollen wir auch noch mal n Abstecher nach Mysore machen und am 22. geht dann auch schon der Flieger nach BERLIN...
Bis bald also :D

6
Jan
2008

Lebenszeichen aus dem neuen Jahr

Jaha, mich gibts noch, ich bin gut ins neue Jahr gekommen (und zum ersten Mal in 08 im Internet) nur passiert hier einfach zu viel als das ich zum Blog schreiben kaeme. Ok, und ich bin zu faul.
Jedenfalls hatte ich ein supertolles Silvester in B'lore, bin gerade in Mamalapuram und heute abend geht es mit dem Nachtzug von Chennai nach Kerala. Und von dort wird dann mal wieder ordentlich gebloggt. Hoffe ich. Tja, selbst mit dem Tagebuch haenge ich noch beim Weihnachtstrekking in Madikeri fest, also kein Wunder dass es auch im Blog nich weitergeht... Sorry.

26
Dez
2007

Indische Weihnacht...

Kundapur und Mangalore - "nach Hause kommen" auf indisch
Am 21. abends in Kundapur ankommen ist schon allein klasse, weil mir die ganzen Strassen und Laeden so vertraut vorkommen. Und im Office hab ich dann sogar noch den Haufen von Freiwilligen erwischt, die sich aufmachen um Weihnachten und Neujahr zusammen in Kerala zu verbringen...
Am naechsten Tag habe ich Stadtfuehrer fuer Andreas und Sabine gespielt, wir haben eine kleine Backwater Tour geamcht und auch meine beiden Kundapurer Gastfamilien noch mal besucht. Bei Ireen und Co, wo ich ja fast 2 Monate gewohnt habe, waren wir zum Abndbrot... Hach ja, nun weiss ich wider warum ich Ende Dezember zo viel zugenommen hatte *lecka*
Gastfamilie

Nach Mangalore sind wie dann am naechsten Tag gefahren und haben auch in Vijaymari mal fuer ein Stuendchen vorbei geschaut. Die meisten Schuelerinnen waren zwar schon weg, aber die Nonnen haben mich sehr herzlich begruesst und waren genau wie die kleinen Maedchen aus Bidar begeistert mich im Sari zu sehen :)


Madikeri
Am 23. abends in Madikeri angekommen und zumersten Mal Dezemberstimmung: Bah, ist es kalt hier... Aber wir wohnen total nett-kuschelig bei "Anoop", den der LonelyPlanet zu Recht als "eccentric eco-warrior" beschreibt :) Heiligabend haben wir dann auch einen kleinen Zitronenbaum vor unserer Huette geschmueckt und am 1. Weihanchtstag sind wir zu einer zweitaegigen Weihnachts-Trekkingtour mit Anoop aufgebrochen... Und da wir davon noch gar nicht sooo lange zurueck sind und mein Magen ziemlich knurrt, versorge ich euch ein andern Mal mit mehr Fotos und Berichten...
WeihnachtenWeihnachtsbaum



Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch isn neue Jahr! :)

22
Dez
2007

Mumbai - Matheran - Pune - Goa

Weiter mit den Reiseberichten geht es heute aus Kundapur - und endlich mit Fotos! (auch beim letzten Beitrag nachgereicht natuerlich)

Mumbai - oder "Was ist eigentlich normal?"
Nach doch eher anstrengender Zugfahrt frueh morgens in Mumbai angekommen und via Taxi (mit Verhandlungsgeschick fuer 30 statt 200 Rs) zum "Salvation Army Red Shield Hostel", der mit Abstand billigsten Unterkunft in dieser Grossstadt. Der Fahrer verstand allerdings immer nur was von einem "Army Hostel" und so musste ich ihn via LonelyPlanet Stadtplan im Halbschlaf durch die Strassen dirigieren.
Von einem Fruehstueck gestaerkt mache ich mich dann auf diese Stadt zu erkunden... Mumbai aka Bombay aka Bollywood wirkt auf mich hauptsaechlich... normal. Ja, Mumbai ist anscheinend so ungefaehr das, was mir Grossstadtgoere nach 4 Monaten Indien "normal" vorkommt... Nicht direkt Entspannung, aber trotzdem entspannend... Laufe also ein bischen querbeet durch die Stadt: Colaba, Fort, Churchgate - so der suedliche Traveller-orientierte Teil, bis dann nachmittags auch meine Muedigkeit sich in den Mumbaier Gassen zurechtgfunden und mich aufgespuert hat... Nach einigen Stunden Schlaf in einem zugegebenermassen harten, aber nichts desto trotz endlich wieder "richtigen" Bett, traue ich mich abends noch mal nach draussen... Schoen angeleuchtet stahlen das Taj Mahal International Hotel und das Gate of India in die Nacht, Verkaeufer versuchen einem alles Moegliche von Chai bishin zu riesigen Luftballons (wie unpraktisch!) anzudrehen und nicht nur Touris, sondern auch Inder geniessen die abendliche Atmosphaere... Ich quatsche mich schliesslich so lange dort fest, dass ich doch deutlich weniger Schlaf gekriegt habe als geplant - um halb 4 klingelt am 8.12. naemlich mein Wecker und mahnt mich im Dunkeln schnell zu packen und den Sari anzulegen um rechtzeitig am Flughafen zu sein, wo um 4.20 Andreas und Sabine landen...
Mumbai1 Mumbai2


Matheran - unser autofreies Krankenlager
Vom Mumbaier Flughafen direkt nach Matheran - was ein Gegensatz! Von der Kueste auf 800m hoch, von 16,4 Millionen zu gerade mal 5000, von einer Stadt die mit Umweltverschmutzung und uebermaessigem Verkehr zu kaempfen hat in eine "hill station", die Autos, Motorraeder, Fahrraeder und Plastiktueten verbannt hat. Nach einer Woche ist es echt entspannend nicht mehr alleine zu reisen und nun darf mein Koerper auch endlich die Erkaeltung auskurieren, die ich schon eine Woche mit mir rumschleppe...
Was ist noch von Matheran in Erinnerung geblieben? Jede Menge rote Erde, die Fuesse, Schuhe, Socken und Hosen einpudert. Affen, die im Vergleich zu Badami sehr brav sind. Spektakulaere Aussichten in Felsenschluchten, besonders auch bei der Abfahrt mit der schmalspurigen "Toy Train". In deren Wagons trug ein Schild nicht besonders zur Beruhigung der Fahrgaeste bei (also jedenfalls nicht zu meiner): DO NOT CROWD ON ONE SIDE OF THE COACH, IT IS DANGEROUS. FOR YOUR SAFETY KEEP WINDOWS OPEN DURING STORMS OTHERWISE BOGIES MAY GET THROWN. Hach ja, Indien… :)
Matheran


Pune – Osho und Vollkornbrot
In Pune wimmelt es hauptsaechlich von Leuten, die das Osho Meditation Centre besuchen – zumindest im Norden der Stadt, wo wir gewohnt haben. Und da PUne ansonsten hauptasechlich eine dreckige, verkehrsreiche indische Grossstadt ist, hat es mich nicht gereizt an mehr als einem Tag andere Teile der Stadt zu besuchen… Aber einen ganz grossen LIchtblick gab es: Die GERMAN BAKERY :D
Pune


Goa – Vorbereitung auf den Kulturschock Deutschland
Fuer 5 Tage waren wir in Goa, bis auf den Tagesausflug nach Anjuna (Wednesday Flea Market!) in Arambol, einer der noerdlichsten Straende... Tja, und wie auch schon in Pune hatte ich so das Gefuehl mich hier langsam wieder an lauter komische westliche Sachen gewoehnen zu muessen... Also brauch ich vermutlich das Reisen in den Touri-Gegenden, um in Deutschland wieder ansatzweise klar zu kommen ;)
GoaStrandGoaMopedGoaBroiler1

Uebrigens: In genau einem Monat bin ich wieder da! :)

13
Dez
2007

...

So, nun habe ich es bis nach Pune geschafft, mache mich aber fuer euch gerne in Gedanken noch mal auf die Reise von Kundapur bis nach hier...

Der Beginn der Reise: Regenboegen und Gastfreundschaft
Also wirklich um 7 ging es am 1. Dezember natuerlich doch nicht los aus Kundapur. Aber in Indien wuerde ja auch niemand ernsthaft behaupten 'sieben' und 'viertel nach acht' sei nicht "praktisch das Gleiche"... Die JogFalls waren zwar nicht sehr wasserreich (weil ja nun net mehr Monsum, ne) aber trotzdem sehr sehr schoen. Nach einem langen Abstieg, der aber nicht nur durch Getraenkestaende alle 2m sondern auch immer wieder Blicke auf die Regenboegen verkuerzt wurde, trafen wir unten auf lauter vergnuegt kreischende und auch "schwimmende" Inder... Nach dem wir wieder nach oben geklettert sind (muss ja...) kurvt uns ein Rikschafahrer noch oben an den Falls zu 4 (aehm nagut, 3) *sights* Besonders toll und mit Adrenalinschub inklusive war das Rumklettern direkt oben an den Wasserfaellen... Wenn man sich so halb vorsichtig zu einer Kante traut und am Rand dann feststelt das das Ganze ein wunderhuebscher Ueberhang ist und 300 m direkt nach unter guckt... Toll! :D
JogFalls


Am naechsten Tag, also dem 1.Advent ist Benjamin dann Richtung Gokarna aufgebrochen und ich habe einen Bus bestiegen mit dem vagen Plan ueber Sagar und Hubli nach Badami zu gelangen. Aber schon im zweiten Bus (Talguppa nach Sirsi - schoen diese Ortsnamen) macht mir das Leben einen Strich durch den Zeitplan. Im Bus neben mit zitzen Mohini und ihr Mann Krishna und nachdem ich eine Weile mit ihnen geplaudert habe, laden sie mich ein doch mit zu ihrem Bruder zu kommen. Nach ein bischen Zoegern, lasse ich mich schliesslich uebrereden und bleibe fast 3 Stunden dort... Es war total schoen und sie waren ganz stolz mir ihr neu gebautes Haus und den Garten zu zeigen. Selbstverstaendlich war das Essen auch unglaublich lecker :)
Mohini-und-Familie

Abends in Hubli angekommen und dort eine Nacht in einem... naja, nennen wir es mal unter Vorbehalt Hotelzimmer geschlafen. Das abendliche Hubli hatte mir nicht besonders zugesagt, aber dann am naechsten Tag mit relativ freien Strassen und der Morgenroete hinter den Haeusern war es um 6 Uhr frueh doch ganz annehmbar. Mit nur einmal umsteigen (und sehr viel komischen Menschen mit im Bus) komme ich am 3. dann tatsaechlich nach Badami.


Badami: Freche Kinder und Affen zwischen Sandsteinexperimenten
Wikipedia kann euch schon mal einen groben Eindruck vermitteln, solcherart Reisefuehrer-Information wieder zu kauen ist mir mein Blog immer irgendwie zu schade fuer ;) (und ich zu faul)
Nach dem ... was auch immer, in dem ich in Hubli geschlafen habe, wurde es in Badami dann etwas luxerioeser: Ein Doppelzimmer mit Fernseher und grossen Bad konnte ich fuer drei Naechte mein Eigen nennen. Aus diesem Zimmer mich dann heraus zu bewegen war dafuer auch erstmal keine so angenehme Erfahrung... Am ersten Tag verfolgte mich eine Horde Kinder ("Hello schoolpen!", "Give me ten rupees yes?". "Hello choclate!") arg hartnaeckig und fing irgendwann sogar an mit Steinen zu werfen. Keine schoene Erfahrung. An den darauf folgenden Tagen wurde es dann schon besser, habe mir die Hoehlen angeschaut, die sehr schoen in den Sandstein gehauen waren - und sogar friedlich still wenn gerade keine Schulklasse durchkam. Am dritten Tag ein Ausflug zu der als Weltkulturerbe eingestuften Tempelanlage in Pattdakal (zu der es schockierenderweise keinen Wikipedia-Artikel gibt) - schoen, aber nicht umwerfend. Besonders im sich immer wieder aufdraengenden Vergleich mt Hampi konnte es nicht bestehen, die gepflegten Rasenanlagen haben die Tempel fuer mich leider jeder Lebendigkeit beraubt. Aber immerhin haftete dem ganzen die friedliche, staubige Stille eines Museums an, indem ich wunderbar Tagebuch schreiben und Zeitung lesen konnte.
Badami


Bijapur: Zwischenstop bei Staub und Islam
Am Nikolaus ging es frueh morgens weiter, zunaechst nach Bijapur (los, wieder fleissig bei Wiki schlau lesen), wo ich ein paar Stunden verbracht habe, bevor es weiter ging. Schoene Stadt, voll von wunderbaren Beispielen islamischer Kultur (bei denen der Eintritt mir fuer die kurze Zeit immer zu teuer war ;) ) und dafuer erstaunlich wenigen Frauen in Burqa (Kopf bis Fuss in schwarz, mit manchmal einem Augenschlitz frei) Dafuer gab es aber um so mehr Staub. Was mein LonelyPlanet mir als "some air-quality issues" beschrieben hatte, fuellte bei jedem Atemzug die Lungen und so reihte ich mich bald in das ueblich Hustkonzert der Bijapurianer ein. Trotzdem war es nett ein bischen was von der Stadt zu sehen - und zwar wenn nicht grad zu Fuss, dann via "Tonga"... In Indien ist naemlich Kannada eine Sprache und Tonga ein Fortbewegungsmittel, genauer gesagt ein nicht sonderlich spannender Pferdekarren. Bevor ich zur Train Station aufgebrochen bin, habe ich dann ja nachweislicherweise auch noch kurz ein Internetcafe gefunden... :)
Bijapur

Reise nach Mumbai: Ueberbevoelkerung hautnah ;)
Nach Mumbai bringen sollte mich der Zug, eine 12-Stunden Fahrt genauer gesagt und das ohne Reservierung, in der zweiten Klasse - im Schlafwagen gab es keinen Platz mehr. Erstaunlich puenktlich, um halb vier nachmittags rollte der Zug aus Bijapur los und anfangs waren tatsaechlich nur zehn Leute auf den zehn Sitzen. Anfangs. Im Verlaufe der Fahrt sammelten sich dann allerdings auf den ohnehin schon eher schmal bemessenden Holzbaenken knapp die doppelte Anzahl an und damit war der Raum natuerlich noch nicht voll ausgenutzt: Ueber uns auf der Gepaeckablage fanden auch noch zwei mal 3 Maenner Platz, zwei bis drei Kinder und Jugendliche unter der Bank und selbstverstaendlich war der Boden bedeckt, vorwiegend mit dicken, alten Frauen. Und ich irgendwo dazwischen. Fuer 12 Stunden. 12 indische Stunden wohlgemerkt, aber die Verspaetung war vorhergesehen und mir ganz lieb - um kurz vor 6 in Mumbai ankommen hat irgendwie mehr Charme als halb vier nachts. Aber ich habe die Fahrt uebrstanden...mit zahlreichen Versuchen doch mal irgendwie Schlaf zu kriegen... mit hygienisch sicherlich arg bedenklichem, halt im Zug servierten Essen... mit Kraempfen in den Beinen vom unbequemen Sitzen... ohne die Moeglichkeit mal aufzustehen - dann waere der Platz ja weg... mit Fuessen im Ruecken, als ein kleines Maedchen sich noch hinter die auf der Bank Sitzenden quetscht... schliesslich um halb 2 einschlafend - unter Aufgabe meines hart umkaemften Sitzplatzes, auf dem Boden zwischen Schuhen, Fuessen, Gepaeck und Koerpern, den Kopf auf die Holzbank "gebettet"...
Aber irgendwie war es auch eine tolle Erfahrung. Keine, die ich nochmal machen muss - sicherlich. Aber trotzdem toll sie gemacht zu haben...
Ausserdem hat sich das danach Duschen so gut angefuehlt wie selten zuvor ;)


So, und nun wird es dunkel in den Strassen von Pune, aber coming soon on this Blog:
- Mumbai: Bollywood und Army Hostel
- Matheran: Unindisch wie nie - Kein Verkehr, keine Plastiktueten
- Pune: Aehm ja, keine Ahnung, bin ja grad erst angekommen...
und ausserdem noch n Haufen Fotos, sofern ich denn meine Kamera wieder finde (*huestl* Scheisse, wo kann die noch sein? Ich werde mal systematisch suchen... wenn ich nur nicht so viel Kram haette... *seufz*)

6
Dez
2007

Lebenszeichen aus Bijapur

Jau, mir gehts gut. JogFalls waren schoen, Badami hab ich auch ueberlebt und nun bin ich in Bijapur muss aber bald meinen Zug nach Mumbai kriegen. Von dort werd ich dann mal ausfuehrlicher schreiben!

1
Dez
2007

Man reist nicht um anzukommen, sondern um zu Reisen... :)

Wenn denn alles planmaessig verlaufen ist, also hoechstwahrscheinlich nicht, bin ich heute morgen frueh um 7 in einen Bus bestiegen der, waehrend dieser Beitrag wie von Zauberhand erscheint, froehlich die 5 Stunden zu den JogFalls rumpelt… genau, es ist soweit, der Freiwilligendienst ist zu Ende und ich bin am Reisen :)

Meine Plaene so far:
Kundapur – Jog Falls – Badami – Bijapur – Mumbai (8.12.) – Matheran – Ellora/Ajanta – Mumbai – Goa (Pernem, Anjuna, Old Goa) – Kundapur – Mangalore – Madikeri (Weihnachten!) – Mysore – Bangalore –Chennai – Tiruvannumalei – Kerala (irgendwo da, steht noch net genau fest) – Bangalore (19.1.) – Berlin (22.1.)

Genau “– Berlin (22.1.)” ist gar net mehr soooooo lange hinalso shcon alle fleissig im Kalender rot einkreisen, ja? Ich will ja das ihr vorgewarnt seid bevor ich wieder Deutschland unsicher mache *muharr*

*von unterwegs knuddelz*
Ich halte uch dann auf dem Laufenden inwiefern sich die Reiseplaene geaendert haben (hey, ich bin in Indien, warum sollte etwas nach Plan gehen?)

28
Nov
2007

Kannada, Konkani, Urdhu, Hindhi, Malayalam, Tulu... - und was man sonst noch so alles nicht versteht…

Ja, Indien ist ein sprachenreiches Land – besonders der Sueden und besonders Karnataka. Im Norden von Indien sprechen die meisten Leute Hindhi, aber hier im Sueden hat fast jeder Bundesstaat seine eigende offizielle Sprache. Malayalam in Kerala, Tamil in Tamil Nadu, Tulu in Andhra Pradesh, Konkani in Goa, etc... Hier in Karnataka ist die offizielle Sprach zwar Kannada, aber trotzdem ist die Situation etwas koplizierter als in den anderen Bundesstaaten: Kannada ist zwar fuer die ueberwiegende Mehrheit der Hindhus in Karantaka die Muttersprache, aber fuer Muslime ist es Urdhu (Hindhi mit anderer Schrift) und fuer die Christen Konkani – eine Sprache die auch eher mit Hindhi verwandt ist und jedenfalls nicht wie Kannada, Malayalam, Tamil, Tulu, etc der in Suedindien vorherrschenden dravidischen Sprachfamilie angehoert. Wenn nicht nur die Menschen im anderen Bundesland eine andere Sprache sprechen (hey, ich versteh Bayern auch nicht immer!) sondern auch die eigenden Nachbarn, ist das natuerlich nicht leicht und verstaerkt auch die nach Religionszugehoerigkleit getrennten Parallelgesellschaften. Die christlichen und muslimischen Kinder fangen aber in der Regel schon im ersten Jahr der 2jaehrigen Vorschule mit Kannada an. Sowieso ist das indische Schulsystem sehr sprachenorientiert – dafuer koennen die meisten aber auch nichts ausser Sprachen gut. Mathematischer und Naturwissenschaftlicher Wissensstand ist eine Katsatrophe, Biologie und Erdkunde gibt es praktisch gar nicht als Faecher und auch Politikwissenschaften und Geschichte kommen im Vergleich zu Sprachen sehr kurz. Von der 1. zur 10. Klasse besuchen Kinder entweder eine Kannada Medium School oder die English Medium School, wo jeweils entweder in Englisch oder Kannada unterrichtet wird. In der Vorschule der English Medium School, die zum Beispiel die meisten christlichen Kinder besuchen, wird mit Englisch und Kannda angefangen, in der 1. Klasse kommt Hindhi dazu und spaeter lernen die meisten auch noch zumindest ein bischen von ein oder zwei anderen suedindischen Sprachen. Dabei muss man bedenken, das ja eine andere Sprache in Indien auch immer mit einer anderen Schrift eingergeht. Das ergibt auch das Problem, das Keralaner mit Busschildern in Karnataka genau so wenig anfangen koennen wie ich am Anfang...

Aber inzwischen beherrsche ich die Kannada Schrift dann ja doch einigermassen, kann mit Muehe sogar alle 29 Kosonanten und 14 Vokale richtig aussprechen, aber bei normalem Sprechtempo hoere ich immer noch keinen Unterschied zB zwischen den vier verschiedenen „t“s, die sie hier haben. Selber schreiben ist da schon einfacher, darum hab ich neulich zB mal die Namen von allen die je im Blog einen Kommentar hinterlassen haben gepinselt - und keineMoeglichkeit gefunden es lesbar abzufotografieren - sorry!
Ein Konsonanten-Zeichen steht in dieser Schrift immer erst mal fuer Konsonat+kurzes a, will man die Silbe mit einem anderen Vokal oder ganz ohne haben, muss man das Konsonatenzeichen auf bestimmte Art veraendern, also hier ein Kringel dran, da ein Bogen we, etc..

Ja, und wenn ein Wort mit einem Vokal anfaengt braucht man noch das spezifische Vokalzeichen, und wenn zwei Konsonanten hintereinander kommen wird der zweite in etwas verkuerzer Form klein unten ran geschrieben... Insgesamt sind es also nur etwa 29 Konsonanten + 14 Vokalzeichen + 14 So-veraendert-ein-Vokal-einen-Konsonaten-Regeln + etwa ein dutzend Ausnahmen fuer die „kleinen“ Konsonanten + ein Haufen Ausnahmen bei den Konsonant-Vokal-Verbindungen, die man beherrschen muss. Oder mit anderen Worten: Tagebuch Eintraege in Kannada werden in Deutschland zumindest eien Weile sicher sein ;p

Joah,
iwattu nanage blog aitu (heute fuer-mich blog fertig)
nimmage thumba blog beka? (fuer-euch mehr blog wollen?)

13
Nov
2007

Kleider machen Inder…

Ja, was traegt der typische Inder, dem Janila so begegnet denn so?

Fangen wir mal mit den Lanweiligeren an, also den Maennern: Da tragen die meisten tatsaechlich ganz westlich lanweilig Hemd und Hose, und zwar noch nicht mal in irgenwie spannenden Farben sondern wirklich ziemlich wie in Europa, viel grau, blau, schwarz, braun. Wie gesagt langweilig. Die juengeren Inder tragen auch haeufiger mal Jeans – und zwar sind es dabei die Maenner die sich in hautenge Sachen quetschen, waehrend die Kleidung bei den Frauen eher luftig-locker sitzt. Das einzige etwas typischer-indische Kleidungsstueck das am indischen Mann zu bewundern ist, ist zugleich das haesslichste: Der Lunghi, ein rechteckiges Tuch Stoff das als Rock um die Beine geschlungen wird und irgendwie meist den Eindruck vermittelt, der Traeger habe nicht rechtzeitig ein Toilette gefunden.

So, nun mal zur spannenderen Haelfte der indischen Kleiderlandschaft: Den Frauen:
Die meisten juengeren Frauen tragen Churdidar und Hose. Eine Churdidar (oder Salwar Kameez, wie sie weiter im Norden eher genannt wird) ist ein etwa knielangse Oberteil, das seitlich bis zur Huefte geschlitzt ist. Darunter traegt man eine weite (seeeehr weite) Hose, die in der Regel bis zum Boden recht. Aber so lange die Knie noch nicht zu sehen sind, ist auch kuerzer ok – nur eben nicht so ueblich. Das Outfit wird vervollstaendigt durch einen Schal der um die Schultern gelegt wird, so dass jegliche Moeglichkeit fuer Maenner auch nur zu erahnen das eine Frau Brueste hat zunichte gemacht wird. Den Stoff fuer solche Outfits kauft man meist als Set, mit allen Farben schon perfekt aufeinander abgestimmt, der Preis fuer das Ganze setzt so bei 100 Rs an und kennt nach oben natuerlich keine Grenze. Damit man das dann noch auf den Leib geschneidert kriegt, muss man noch mal 80 – 90 Rs hinlegen. Wobei ich mich bei diesen endlos weiten Hosen immer noch frage warum der Scneider den Hueftumfang abmisst -.-
Die Alternative zur Churdidar ist natuerlich der Sari, der von dem Grossteil der Frauen getragen wird. Saris gibt es in allen morglichen Ausfertigungen und vom einfachen Baumwollsari bis hin zum aufwendig bestickten aus Seide wird er auch in allen Lebenslagen getragen – vom Arbeiten auf der Baustelle bis hin zur Hochzeit. Der Sari selbst ist ein rechteckiges Tuch von etwa 5m Laenge und einem Meter Breite, das ich inzwischen auch schon in der Lage bin kunstvoll um meinen Koerper zu schlingen – und mit nur einer Sicherheitsnadel gar dazu bewegen kann den gazen Tag in Position zu bleiben... Die Expertinnen kommen natuerlich ganz ohne solche Tricks aus, aber gerade auch unter den juengeren Frauen ist es durchaus ueblich sich mit 1, 2 Sicherheitsnadeln eine Menge zurechtzupfen zu ersparen. Unter diesem Stoffstreifen traegt frau noch einen schlichten Baumwollrock, der hoeachtsens unten mal ein bisl hervorlugt und eine bauchfreie, eng sitzende Bluse, selbstverstaendlich beide genaustens auf den Sari-Stoff angestimmt. Fuer meinen ersten Sari bin ich alles in allem um 330 Rs erleichtert worden, bei meinem zweiten (Baumwoll-)Sari waren es 100 Rs weniger, jeweils inklusive 30/25 Rs fuers Schneidern der Bluse. Aus so einem Sari kann man natuerlich nie herauswachsen, er ist ja praktisch das One-Size-Kleidungsstueck schlechthin und damit auch die Bluse hier keine Probleme macht, laesst der Schneider immer an den Naehten innen noch so viel Stoff stehen, das sie sich ihne Probleme weiten laesst...
So, und natuerlich habe ich mir heir in Indien auch eingises Schneidern lassen, unter der Woche (also in Kundapur) laufe ich eigentlich nur in indischen Klamotten rum, es ist einfahc angenehmer und erspart einen Grossteil der auf westliche Frauen gemuenzten Bemerkungen indischer Maenner...
Churdidar-Hose-Schal Outfits habe ich sechs an der Zahl, hier mal alle nebeneinander aufgereiht:
churdidars1churdidars2


Und wenn man das anzieht sieht das ganze so aus:
Aehm ja, hab grad kein Bild...

Auch in Saris habe ich mich shcon getraut... No1:
Sari-No1

Und von Sari No.2 kann ich shcon mal den Stoff zeigen:
Sari-No2


Die 2 Oberteile und eine Hose die ich ready-made gekauft habe sind kaum in Benutzung, da die Naehte eine grauenhafte Qualitaet haben und ich nach fast jedem Tragen mit Nadel udn Faden anruecken musste.

Jo, das isses dann auch was mir zu idnischen Kleidungsgewohnheiten einfaellt.
Noch Fragen?

12
Nov
2007

Host Family Fotoooooos

Ja, heute will die Technik! *jubel*

Also, wenn ich beim Bijadi Bypass aussteige (oder auch manchmal eher vom fahrenden Bus abspringe) muss ich die Strasse ueberqueren und dann ein paar Meter einen kleinen Weg entlang gehen:
BijadiBypass

Weiter geht es auf diesem um Dunkeln doch manchmal arg uneben erscheinenden Weg, und bald kommt das Haus in Sicht, rein durch die Eingangstuer:
eingangstuer

Meist ist das erste Familienmitglied das ich sehe eines der Gefiederten:
gefiederte-mitbewohner

Hier mal der Versuch eines Grundrisses:
plan-vom-haus

Mein Zimmer (man beachte den Adventskalener ueberm Bett)
meinzimmer1 mein-zimmer-2 meinzimmer3

Das Nebenzimmer, in dem Fiete und Benjamin wohnen:
nebenzimmer1 nebenzimmer2

Das Wohnzimmer (und Daya und zwei seiner Nichten):
wohnzimmer

Unser Bad:
Unser-Bad

Die Kueche (mit Ireen):
Kueche1 Kueche2


Hinterm Haus dann noch: "Meine" Kuh, "meine" "Waschmaschine", "meine" Waescheleine, "meine" "Warmwasseranlage" und "mein" Haufen Kokusnuesse in der Garage vor meinem Fenster ^^
diekuh waschmaschine waescheleine warmwasser kokusnuesse


Ich werd dann auch noch mal ein schoenes Bild von der ganzen Familie machen und hier posten...



Neue Henna Bilder gibt es auch noch zu bewundern und zwar hier :)

10
Nov
2007

Baeh, Technik...

Zweiter Tag an dem es am inzwischen vierten Computer nicht hinhaut Bilder ins Blog hochzuladen - aber wenigstens immer aus nem anderen Grund, da wirds nie langweilig ;( Vielleicht sinds inzwischen zuu viele Viren die sich auf Kamera tummeln. Apropo Viren, ich war letzte Woche auch krank (Sa - Do/Fr -.- ) vielleicht hab ich ja auch die Kamera angesteckt. Tja, ansonsten fuehlt es sich sehr komisch an das jetzt nur noch 3 Wochen hier im Projekt verbleiben, aber irgendwie freu ich mich auch aufs Reisen...
Ich werde Montag wohl noch mal n Versuch starten euch Bilder zu zeigen (massenhaft neue Henna Tattoos, Bilder meiner Gastfamilie, etc) morgen geht es dann erst mal mit Katariina (Finnland) und Benjamin (D) nach St Marys Island vor Udupi...
*winkz*
logo

Janila in Indien

Was ist das hier?

In diesem Blog möchte ich euch auf dem Laufenden halten über meinen habjährigen Freiwilligendienst in Indien (Aug 07 - Jan 08). Ich hoffe auch hierüber mit euch allen ein wenig in Kontakt zu bleiben, also kommentiert fleissig! :)

Blogs anderer FSL-Volunteers

Wetter

Aktuelles Wetter in Mangalore:


Temperatur: N/A C
UV Index: N/A
Luftfeuchte: N/A %
Sichtweite: N/A km
Luftdruck: N/A mb
Windstärke: N/A 

Weather data provided by weather.com

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